Idealerweise solltest du den Strom zwei bis sechs Wochen vor dem Umzug anmelden. So stellst du sicher, dass du ab dem ersten Tag Strom hast und nicht automatisch in die teurere Grundversorgung fällst. Eine rückwirkende Anmeldung ist laut neuen Vorgaben der Bundesnetzagentur nicht mehr möglich.

Die letzte Kiste ist im Transporter, der Schweiß perlt dir von der Stirn und du hältst stolz den neuen Schlüssel in der Hand. Ein fantastisches Gefühl. Du schließt die Tür auf, betrittst dein neues Reich und willst als Allererstes… das Licht anknipsen. Klick. Nichts. In der Euphorie des Umzugstages, den du am besten mit einer guten Checkliste für die Planung deines Umzugs meisterst, geht dieses eine, entscheidende Detail gerne mal unter: der Strom. Damit du nicht im Dunkeln tappst und dein Handy laden kannst, um die obligatorische Pizza für die Umzugshelfer zu bestellen, erklären wir dir hier alles, was du zur Stromanmeldung wissen musst.

Der richtige Zeitpunkt: Warum du nicht bis zur letzten Minute warten solltest

Die wichtigste Regel zuerst: Kümmere dich frühzeitig. Die Empfehlung von zwei bis sechs Wochen vor dem Einzug ist keine Schikane der Stromanbieter, sondern hat einen handfesten Grund: Du vermeidest die sogenannte Grundversorgung.

Wenn du in eine neue Wohnung ziehst und Strom verbrauchst, ohne einen Vertrag abgeschlossen zu haben, springt automatisch der örtliche Grundversorger ein. Das ist praktisch, denn so stehst du nie ohne Strom da. Der Haken daran ist, dass dieser Tarif in der Regel teurer ist als andere Tarife. Du zahlst also von Anfang an mehr als nötig.

Ein frühzeitiger Anbietervergleich und eine rechtzeitige Anmeldung sparen dir also bares Geld. Wie du dein Budget im Blick behältst, zeigen wir dir auch bei den allgemeinen Umzugskosten. Das gesparte Geld kannst du sicher besser für die Einrichtung deines neuen WG-Zimmers gebrauchen.

Deine Checkliste: Was du für die Stromanmeldung brauchst

Die gute Nachricht: Strom anzumelden ist kein Hexenwerk und nur einer der Punkte auf deiner To-Do-Liste – genau wie die Adressänderung nach dem Umzug. Die meisten Anbieter machen es dir online oder am Telefon sehr einfach. Halte einfach folgende Daten bereit, dann geht es ganz schnell:

  • Deine persönlichen Daten: Name, Vorname und Geburtsdatum.
  • Deine neue Anschrift: Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort. Vergiss die Wohnungsnummer oder das Stockwerk nicht, falls es mehrere Parteien im Haus gibt.
  • Zählernummer: Das ist die eindeutige Nummer deines Stromzählers. Du findest sie meist direkt auf dem Gerät, oft in der Nähe eines Barcodes. Wenn du unsicher bist, frag die Hausverwaltung oder den Vormieter.
  • Aktueller Zählerstand: Lies den Stand am Tag der Schlüsselübergabe ab und notiere ihn im Übergabeprotokoll. Ein Foto mit dem Handy ist der beste Beweis, um spätere Unstimmigkeiten zu vermeiden.
  • Voraussichtlicher Jahresverbrauch (in kWh): Klingt kompliziert, ist es aber nicht.
    • Erste eigene Wohnung? Schau auf Vergleichsportalen nach typischen Werten. Ein Single-Haushalt verbraucht ca. 1.500 kWh pro Jahr, eine 2er-WG eher 2.000-2.500 kWh.
    • Schon mal gewohnt? Deine letzte Jahresabrechnung ist die beste Quelle.
  • Bankverbindung (IBAN): Für die monatlichen Abschlagszahlungen.
  • Einzugsdatum: Der Tag, an dem dein Vertrag beginnen soll – idealerweise der Tag der Schlüsselübergabe.

Pro-Tipp: Du hast die Zählernummer oder den Zählerstand bei der Anmeldung noch nicht? Bei vielen Anbietern kannst du diese Daten problemlos nachreichen. Hauptsache, die Anmeldung ist schon mal auf dem Weg.

Alter Vertrag: Mitnehmen, kündigen oder wechseln?

Wenn du bereits einen Stromvertrag hattest, hast du mehrere Möglichkeiten:

  1. Vertrag ummelden (mitnehmen): Wenn du mit deinem Anbieter zufrieden bist, kannst du ihn oft einfach an die neue Adresse mitnehmen. Informiere ihn rechtzeitig über deinen Umzug.
  2. Sonderkündigungsrecht nutzen: Ein Umzug ist oft ein Grund für eine außerordentliche Kündigung. Das gilt vor allem, wenn dein bisheriger Anbieter dich am neuen Wohnort nicht oder nur zu einem höheren Preis beliefern kann. Hier gilt es, die Fristen in deinem Vertrag zu prüfen.
  3. Anbieter wechseln: Ein Umzug ist die perfekte Gelegenheit, die aktuellen Stromtarife zu vergleichen. Vielleicht findest du einen günstigeren Anbieter oder einen Ökostromtarif, der besser zu dir passt.

Spezialfall WG: Wer ist der Hüter des Lichts?

In einer Wohngemeinschaft wird die Sache mit dem Strom schnell zur Team-Frage. Hier gibt es zwei typische Szenarien:

Ihr gründet eine neue WG

Herzlichen Glückwunsch! Bei einer Neugründung müsst ihr euch entscheiden, wer den Stromvertrag abschließt. In der Regel läuft der Vertrag auf eine Person als Hauptmieter. Diese Person ist dann der offizielle Vertragspartner des Stromanbieters und verantwortlich für die Zahlungen.

  • Vorteil: Es ist unkompliziert. Eine Person kümmert sich, die anderen überweisen ihren Anteil.
  • Nachteil: Die eine Person trägt die volle Verantwortung. Bleibt eine Zahlung aus, ist sie der Ansprechpartner.

Unser Tipp: Haltet schriftlich fest, wie ihr die Kosten aufteilt und was passiert, wenn jemand auszieht. Das kann ein einfacher Passus im WG-Vertrag oder eine separate Vereinbarung sein. So gibt es später keinen Streit.

Du ziehst in eine bestehende WG

Das ist der einfachere Fall. Meistens läuft bereits ein Stromvertrag auf einen der Mitbewohner. Du klinkst dich einfach ein, indem du deinen monatlichen Anteil an diese Person überweist.

Fragt aber nach, ob der monatliche Abschlag noch passt. Zieht eine Person mehr in die WG, steigt in der Regel auch der Stromverbrauch. Eine kurze Info an den Anbieter mit der Bitte um Anpassung des Abschlags kann vor hohen Nachzahlungen am Jahresende schützen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was passiert, wenn ich Strom nicht rechtzeitig anmelde? Keine Sorge, du stehst nicht im Dunkeln. Du fällst automatisch in die Ersatz- oder Grundversorgung deines lokalen Anbieters. Diese ist aber meist teurer als ein selbst gewählter Tarif. Du solltest also so schnell wie möglich einen eigenen Vertrag abschließen.

Kann ich Strom rückwirkend anmelden? Nein, eine rückwirkende Anmeldung ist seit einer Gesetzesänderung nicht mehr möglich. Der Vertrag kann frühestens zum Datum des Vertragsabschlusses beginnen.

Welche Unterlagen brauche ich, um Strom anzumelden? Du brauchst in der Regel keine physischen Unterlagen, sondern nur die Daten von der Checkliste oben: Name, Anschrift, Zählernummer, Zählerstand, geschätzter Jahresverbrauch und deine Bankverbindung.

Muss ich meinen alten Stromvertrag kündigen, wenn ich umziehe? Ja, du musst deinen alten Vertrag aktiv kündigen oder ummelden. Ein Umzug beendet den Vertrag nicht automatisch. Prüfe, ob du ein Sonderkündigungsrecht hast. Oft übernimmt auch der neue Anbieter die Kündigung für dich.

Wer meldet den Strom in einer WG an? Bei einer Neugründung muss eine Person als offizieller Vertragspartner den Strom anmelden. In einer bestehenden WG läuft der Vertrag meist schon, und neue Mitbewohner zahlen ihren Anteil an den Vertragsinhaber.

Was ist die MaLo-ID und wofür brauche ich sie? MaLo steht für "Marktlokation". Die MaLo-ID ist eine 11-stellige Nummer, die deine Wohnung als Stromentnahmestelle eindeutig identifiziert. Du findest sie auf alten Stromrechnungen oder kannst sie beim Netzbetreiber erfragen. Oft reicht aber die Zählernummer für die Anmeldung.

Kann ich meinen Stromanbieter beim Umzug mitnehmen? Ja, in den meisten Fällen ist das möglich, solange der Anbieter auch an deiner neuen Adresse liefert. Melde deinen Umzug einfach rechtzeitig bei deinem Anbieter an.